Kanalnetz: Digitaler Zwilling soll Kosten sparen
EWL arbeitet an Generalentwässerungsplan für Landau – Datenbasiertes Modell als Grundlage für optimale Entwässerung und Umweltschutz
Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) entwickelt aktuell einen digitalen Generalentwässerungsplan (GEP) für die gesamte Stadt. Der GEP ist ein strategisches Planungswerkzeug. Er soll anhand von sich ergänzenden detaillierten Simulationsrechnungen zeigen, wo das aktuelle Entwässerungssystem an seine Grenzen stößt und wo wegen zusätzlicher Vorgaben Verbesserungen am Entwässerungssystem durchgeführt werden müssen. Durch die Betrachtung aller Simulationsergebnisse kann der EWL die erforderlichen Investitionen und mit dem größten Nutzen für Umwelt sowie für die Bürgerinnen und Bürger umsetzen. „Mit dem Generalentwässerungsplan nutzen wir die Chancen der Digitalisierung sehr konsequent“, sagt Dr. Markus Schäfer, Leiter der Abteilung Abwasserbeseitigung beim EWL. „Wir bekommen ein Werkzeug, das uns zeigt, wie wir das Gesamtsystem optimal und kosteneffizient voranbringen.“
Für das Erstellen des Generalentwässerungsplans hat der EWL in den vergangenen Monaten zunächst alle erforderlichen Daten digitalisiert und zudem regionalisiert, das heißt die Daten wurden Punkten im Einzugsgebiet genau zugeordnet. Nun erstellt das Ingenieurbüro DAHLEM Beratende Ingenieure (Niederlassung Rhein-Main) aus den Daten ein digitales Modell. Es bildet das gesamte Kanalsystem ab und zeigt realitätsnah die Auswirkungen der Abwasserbeseitigung für die Kläranlage und die Gewässer. In das Modell werden auch die vorgesehenen städtebaulichen Entwicklungen der nächsten zehn Jahre eingearbeitet – und daraus schließlich ein integrales Maßnahmenpaket für eine optimierte Entwässerung der Stadt Landau entwickelt.
„Entscheidend ist die Qualität der Datengrundlage“
Die erhobenen Daten für den Generalentwässerungsplan setzen sich aus einer Vielzahl technischer, geographischer und statistischer Informationen zusammen. Dazu gehören die Zuordnung jedes Grundstücks zum jeweiligen Kanalstrang sowie aktualisierte und regionalisierte Einwohnerdaten und Trinkwasserverbräuche, aus denen sich die erwarteten Abwassermengen für jeden Kanalabschnitt ableiten lassen. Im Vorfeld hat der EWL auch eine Messkampagne zur Überprüfung der Simulationsergebnisse durchgeführt und systemrelevante Bauwerke mittels 3D-Laserscan neu vermessen. „Wir wollen für den GEP eine nie dagewesene Detailtiefe erreichen – entscheidend ist dafür die Qualität der Datengrundlage“, erklärt Leander Boomes, der zuständige Projektleiter beim EWL. „Für die Modellierung gibt es inzwischen leistungsstarke Softwarelösungen. Wesentlich für das Ergebnis ist aber, ob die eingegebenen Daten auch der Realität entsprechen. Daher bleibt die fachliche Überprüfung der digitalisierten Daten unerlässlich.“
Daten aus drei Bereichen fließen ein
Das vom EWL beauftragte Ingenieurbüro erstellt auf Basis der Daten ein sogenanntes hydrodynamisches Modell. Es bildet erstens die Hydraulik im Kanalsystem, also Transport, Rückstau, Fließumkehr und lokale Überstauereignisse präzise ab. Zweitens fließen Berechnungen zur Schmutzfracht ein, um zu zeigen, welche Schadstoffe bei Starkregen über Entlastungsbauwerke in Gewässer gelangen. Und drittens wird geprüft, wie sich diese Einleitungen an den verschiedenen Einleitstellen in Landau auf die Gewässerqualität auswirken.
Erst die Verbindung aller drei Analyseebenen, also Hydraulik, Emission durch die Schmutzfracht und Immission in den Gewässern, ermöglicht eine integrale Gesamtbewertung. „Damit können wir künftig als digitale Simulation jede geplante Einzelmaßnahme im Kanalsystem in Echtzeit auf ihre Auswirkungen für das Gesamtsystem prüfen. Damit sind wir auch in der Lage, Lösungen zu entwickeln, die im ganzen Netz wirksam sind und sich im besten Fall gegenseitig verstärken“, betont Markus Schäfer.
Von erkannten Defiziten zum Maßnahmenpaket
Sobald die Ergebnisse der Simulationsrechnung vorliegen, entsteht zur Behebung der identifizierten Defizite ein Maßnahmepaket für das Entwässerungssystem. Dazu zählen etwa technische Verbesserungen im Kanalnetz, Anpassungen an Entlastungsbauwerken wie etwa Regenüberlaufbecken und gegebenenfalls Vorbehandlungen des verschmutzen Wassers durch Sedimentation oder Filtration. Der EWL hofft, den Entwurf des Generalentwässerungsplans trotz der dafür notwendigen detaillierten Berechnungen im Laufe des Jahres 2027 fertigstellen zu können. „Der Plan wird ein lebendes Dokument sein und bleiben“, sagt Dr. Markus Schäfer. „Wir aktualisieren die Daten regelmäßig, damit wir das System langfristig stabil und leistungsfähig für Landau halten."
Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund der derzeit hohen Arbeitsbelastung sind sowohl die Gebührenabrechnung als auch die Bauhofverwaltung telefonisch nur von 8:30 bis 12:00 Uhr erreichbar. Wir bitten Sie, Ihr Anliegen möglichst per E-Mail an ewl-abrechnung@landau.de bzw. bauhof_verwaltung@landau.de zu senden. Wir werden Ihre Nachricht schnellstmöglich bearbeiten. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag.
Ihr Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL)