Rheinland-Pfalz hat den „Hydrozwilling“ freigeschaltet: Das digitale 3D-Modell simuliert für alle Kommunen im Land die Auswirkungen von Starkregen. Die Karten für Flusshochwasser sind auch verfügbar. Unter der Adresse www.hydrozwilling.rlp.de wird zudem für jeden Teil der Stadt Landau gezeigt, wo Wasser abfließen kann und welche maximalen Wassertiefen an einzelnen Punkten möglich sind. Landauerinnen und Landauer können mit dem Tool im Detail und anschaulich nachvollziehen, welches Risiko bei Starkregen für ihre Straße und ihr eigenes Gebäude besteht.
„Überflutungsschutz beginnt auf dem eigenen Grundstück“
Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) begrüßt das neue Informationsangebot des Landes. „Der Hydrozwilling schafft Transparenz und hilft dabei, Risiken für das eigene Haus und das gesamte Wohnumfeld besser einzuschätzen“, sagt Sebastian Lorig, Vorstand des EWL. Gleichzeitig weist der EWL darauf hin, dass digitale Simulationen die eigene Vorsorge zwar unterstützen aber nicht ersetzen können. Eigentümerinnen und Eigentümer sind dafür verantwortlich, sich Gedanken über den persönlichen Überflutungsschutz zu machen, die Entwässerungsanlagen auf ihrem Grundstück funktionsfähig zu halten und ihr Gebäude gegen Rückstauschäden abzusichern. „Der EWL investiert kontinuierlich in ein leistungsfähiges Kanalnetz und versucht gemeinsam mit der Stadtverwaltung Landau resilienter gegen Überflutungen zu machen“, erklärt Sebastian Lorig. „Der Schutz eines Hauses beginnt jedoch auf dem eigenen Grundstück.“
Hydrozwilling als Start für den Blick aufs eigene Grundstück
Der Hydrozwilling zeigt für ausgewählte Szenarien und für jedes Gebäude, wo sich bei Starkregen Wasser sammelt und welche Fließwege möglich sind. Wer sein Wohnumfeld kennt, kann die Simulation gezielt einordnen: Liegt das Haus an einem Tiefpunkt? Führen gepflasterte Wege in Richtung Kellerabgang? Sammeln sich Wassermengen in Einfahrten oder Höfen? Der EWL empfiehlt jedoch, Hinweise aus digitalen Karten immer mit der Situation vor Ort abzugleichen und daraus konkrete Schritte für das eigene Gebäude abzuleiten.
So liegt häufig der Auslöser für Schäden auf dem eigenen Grundstück: verstopfte oder beschädigte Dachrinnen, Fallrohre, Hof- und Kellerabläufe. Auch ungenügend gesicherte Lichtschächte geraten bei Starkregen schnell an ihre Grenzen. „Wer diese Bauteile regelmäßig kontrolliert, reinigt und sichtbare Mängel behebt, verbessert den Abfluss und senkt das Risiko, dass Wasser ins Gebäude eindringt“, erklärt Dr. Markus Schäfer, Leiter der EWL-Abteilung Abwasserbeseitigung.
Rückstau aus der Kanalisation: Technik hilft, Wartung zählt
Bei starkem Regen ist davon auszugehen, dass das Entwässerungsnetz kurzzeitig überlastet ist und es zu einem Rückstau kommen kann: Dabei steigt der Wasserspiegel im Kanal, und Abwasser drückt über Abläufe im Keller oder andere Räume unterhalb der Straßenhöhe ins Gebäude zurück – falls keine Rückstausicherung vorhanden ist. „Eine solche Sicherung schützt Gebäudeteile unter der Rückstauebene, wenn sie korrekt eingebaut ist“, sagt Markus Schäfer. Der EWL empfiehlt, die Sicherung in kurzen Abständen selbst zu kontrollieren und mindestens einmal jährlich durch einen Fachbetrieb warten zu lassen.
Rückstauebene besonderes bei Gebäuden in Hanglage relevant
Die „Rückstauebene“ bezeichnet die Höhe, bis zu der Wasser bei Rückstau in den Entwässerungsrohren im Gebäude ansteigen kann und bis zu der abgesichert werden muss. In der Regel entspricht diese Ebene der Geländeoberkante plus 10 Zentimeter am Anschluss an den Kanal in der Straße. Bei Gebäuden in Hanglage reicht diese Orientierung jedoch oft nicht aus. Nach einer neuen Definition ist deshalb hier eine Überstauhöhe plus zehn Zentimetern bezüglich des nächsthöhergelegenen Schachtes festgelegt. Besitzerinnen und Besitzern von Gebäuden in Hanglage empfiehlt der EWL, sich bei Unsicherheiten in diesem Punkt von einem Fachbetrieb beraten zu lassen.
Beratung und Infos beim EWL
Hinweise zur privaten Starkregen- und Rückstauvorsorge bündelt der EWL online unter www.ew-landau.de/Abwasser/Starkregen/. Das Merkblatt „Schutz gegen Rückstau“ erläutert typische Schwachstellen, geeignete Rückstausicherungen und Wartungsintervalle. Bei individuellen Fragen zur Vorsorge berät der EWL per E-Mail unter hochwasser@landau.de.
Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund der derzeit hohen Arbeitsbelastung sind sowohl die Gebührenabrechnung als auch die Bauhofverwaltung telefonisch nur von 8:30 bis 12:00 Uhr erreichbar. Wir bitten Sie, Ihr Anliegen möglichst per E-Mail an ewl-abrechnung@landau.de bzw. bauhof_verwaltung@landau.de zu senden. Wir werden Ihre Nachricht schnellstmöglich bearbeiten. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag.
Ihr Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL)