Hilfsnavigation
Titelseite3
Seiteninhalt
12.04.2022

Pandemie befeuert illegale Entsorgung

Wilder Abfall in Landau – EWL legt Daten vor

Kaputte Reifen, alte Matratzen, Müllbeutel oder ausgediente Sofas im Gebüsch: Die illegale Entsorgung hat mit der Pandemie deutlich zugenommen. Die Zahlen sind eindeutig. Während der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) im Jahr 2019 noch rund 9 Tonnen verzeichnete, waren es 2021 bereits 17,83 Tonnen. „Das bedeutet einen Anstieg von 97 Prozent und bestürzt mich sehr. Denn trotz Pandemie waren die Müllautos auch in 2021 stets unterwegs, Sperrmüll kann man sich vor Ort abholen lassen und auch der Wertstoffhof hatte vollumfänglich geöffnet“, betont Dr. Maximilian Ingenthron, Landaus Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender des EWL. Die benannten 17,83 Tonnen lieferte der EWL ins Müllheizkraftwerk nach Pirmasens, das dafür eine Rechnung stellt. Recyclingfähige Fundstücke sind darin nicht enthalten.

Mit dem Mängelmelder für Stadtsauberkeit

Heimlich in den Bach geworfen oder einfach am Straßen- oder Waldrand abgelegt: Der verzeichnete wilde Abfall ist eine bunte Mischung aus Sperrmüll, Restabfällen, Altholz und Altreifen, aber auch Elektroschrott und Grünabfall befinden sich unter den Fundstücken. Sebastian Mann hat die Daten zusammengetragen, er ist Mitarbeiter der EWL-Abfallabteilung. Dort und bei seinen Kolleginnen der Stabstelle Stadtbildpflege laufen die Fäden zum Thema zusammen, die auch andere Stellen der kommunalen Verwaltung beschäftigen.

Die Stadt Landau i.d.Pfalz hat ein System geschaffen, auf das Bürgerinnen und Bürger schnell und digital zugreifen können: Der sogenannte Mängel- und Ideenmelder ist seit knapp eineinhalb Jahren im Einsatz. „Bürgerinnen und Bürger haben mit diesem System einen zusätzlichen direkten Draht zur Verwaltung und können Verschmutzungen und Defekte, aber auch Anregungen und Lob unter der konkreten Angabe des Ortes und auch mit Foto auf einer digitalen Stadtkarte eintragen und so unmittelbar an die zuständige Abteilung melden“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Hirsch. Das Feedback, das die Verwaltung dazu erreiche, sei durchweg positiv.

„Auch wir freuen uns sehr über die Unterstützung und eine rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Landaus. Durch das Melden von wilden Ablagerungen können wir gemeinsam dabei helfen, Landau auch in Zukunft sauber zu halten“, unterstreicht Sebastian Mann. Durch das bewährte Zusammenwirken innerhalb der Stadtverwaltung werden Verschmutzungen schnell beseitigt. Das Schöne: Sobald der Mangel behoben ist, gibt es eine Nachricht. Das ist Dank der Digitalisierung möglich.

Der Mängelmelder ist bequem über die städtische Beteiligungsplattform www.mitredeninLD.de, per kostenloser App Mängelmelder.de (für iOS und Android) und natürlich telefonisch über die Behördennummer 115 erreichbar.

Dr. Maximilian Ingenthron stellt abschließend aber auch klar: „Das Wegwerfen in die Landschaft ist ein beschämender Ausdruck mangelnden Verantwortungsgefühls. Der einfachere Weg wäre es, wenn die Verursacherinnen und Verursacher ihr Verhalten ändern. Wir investieren in die Recherche und schicken auch Bußgeldbescheide, aber der Spielraum der Kommune ist leider begrenzt. Ich appelliere an die betreffenden Personen: Helfen Sie uns, unser schönes Landau sauber zu halten und tuen Sie etwas Sinnvolles für die Umwelt!“

zurück nach oben drucken