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29.04.2026

Blaue Boxen für den Hochwasserschutz

Blaue Boxen für den Hochwasserschutz

  • EWL erweitert in der Königstraße das Entwässerungssystem
  • Unterirdische Speicherboxen sollen Überflutungen vermeiden
  • Neuer Regenwasserkanal senkt Energieverbrauch der Kläranlage

Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) baut im nördlichen Teil der Königstraße an der Optimierung des Landauer Kanalsystems. Zentrales Element der Baumaßnahme ist ein neuer, separater Regenwasserkanal mit unterirdischen Speicherboxen. Diese blauen Boxen können bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen, das anschließend kontrolliert abgeleitet wird. „Der neue Kanal und die Speicherboxen sind ein weiterer Schritt, um unser Kanalsystem in Landau für die Zukunft aufzustellen“, betont Sebastian Lorig, Vorstand des EWL. „Wir arbeiten an der Entkoppelung von Niederschlagswasser und Schmutzwasser in separate Kanäle. Dies trägt dazu bei, das Risiko von Überflutungen zu begrenzen, die Kläranlage zu entlasten und damit unsere Anlagen wirtschaftlich zu betreiben.“

60.000 Liter zusätzlicher Stauraum entsteht
Im Zuge der Bauarbeiten in der Königstraße verlegt der EWL in einer Tiefe von bis zu 2,2 Metern einen neuen Regenwasserkanal mit Durchmessern von 400 bis 500 Millimetern. Ergänzend entstehen neue Hausanschlüsse für Regenwasser. Ein wichtiges Element der Baumaßnahme sind Rigolen – die sogenannten „Blue Boxen“. Diese unterirdischen Speicherboxen aus Kunststoff liegen künftig zwischen den Baumscheiben entlang der Straße. Insgesamt fassen sie rund 60 Kubikmeter, also 60.000 Liter, etwa 40 Kubikmeter davon im aktuellen Bauabschnitt.

Drosselung schützt Gewässer vor Schäden
„Die blauen Rigolen bestehen aus Kunststoffelementen mit einem Hohlraumanteil von mehr als 90 Prozent“, erklärt Olga Wünschel, die das Projekt beim EWL verantwortet. „So können sie deutlich mehr Wasser aufnehmen als zum Beispiel Kiesrigolen.“ Bei Starkregen sammelt sich das überschüssige Niederschlagswasser zunächst in den Rigolen. Anschließend wird es zeitverzögert abgegeben, gelangt in den Regenwasserkanal und von dort in die Queich.

Belastung der Kläranlage sinkt
„Die Einleitmenge in die Queich wird durch eine Drossel auf maximal 5,1 Liter pro Sekunde begrenzt, um das Gewässer vor ökologischen Schäden zu schützen und Hochwassergefahr zu minimieren“, erläutert Olga Wünschel. Die Drossel sitzt in einem speziellen Schacht in der Straße. Weil sie ohne bewegliche Teile auskommt, arbeitet sie sehr wartungsarm.

„Mit der separaten Ableitung von Niederschlagswasser durch den neuen Kanal direkt in die Queich sinkt auch die Belastung der Landauer Kläranlage“, betont Olga Wünschel. Wenn dort insgesamt weniger Schmutzwasser behandelt und geklärt werden muss, reduziert sich der Energieaufwand für die verschiedenen Reinigungsstufen deutlich.

Proaktive Sanierung der Schmutzwasseranschlüsse
Die Bauarbeiten am neuen Regenwasserkanals nutzt der EWL zudem zur Erneuerung zahlreicher Hausanschlüsse für Schmutzwasser in der Königstraße. Viele der Rohre sind mehrere Jahrzehnte alt, deshalb könnten künftig Probleme bei der Dichtheit auftreten. „Wir haben die Anschlüsse proaktiv geprüft und sanieren jetzt im Zuge der Kanalbaustelle “, sagt Olga Wünschel. „Das ist kostengünstiger, als die Straße in naher Zukunft wieder aufreißen zu müssen.“

Die Baumaßnahme Königsstraße Nord ist in drei Abschnitte gegliedert und läuft bis 2027. Um Kosten zu sparen und die Belastung der Anwohner zu reduzieren, werden parallel zum Bau des Regenwasserkanals die Straßenbeleuchtung und die Begrünung sowie Wasser-, Strom- und Gasleitungen erneuert. Die Gesamtkosten liegen bei vier Millionen Euro, der Anteil des EWL für die Kanalisation beträgt etwa 860.000 Euro.


Autor/in: Manuela Roth
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