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12.08.2026

Wenn weißer Nebel aus dem Regenrohr kommt

EWL prüft Kanalnetz mit Signalnebel – Bewährtes Verfahren zeigt mögliche Fehlanschlüsse von Regenwasserleitungen auf

Weißer Nebel aus Regenrohren, Hofabläufen oder Sinkkästen ist in Landau kein alltäglicher Anblick. In Dammheim hat der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) jetzt aber einen Nebeltest genutzt, um Anschlüsse im Kanalnetz zu überprüfen. Damit lässt sich sichtbar machen, welche Leitungen mit dem Regenwasserkanal und welche mit dem Schmutzwasserkanal verbunden sind.

Der sogenannte Signalnebel ist gesundheitlich unbedenklich. Auch die Feuerwehr war vorab über die Arbeiten informiert. „Für Anwohnerinnen und Anwohner sieht das zunächst ungewöhnlich aus. Für uns ist Signalnebel ein bewährtes Verfahren, um Anschlüsse im Kanalnetz zu prüfen“, erklärt Sigrid Weisenbach, Sachgebietsleiterin Kanalnetz beim EWL. „So können wir nachvollziehen, ob Regen- und Schmutzwasser im Trennsystem korrekt abgeleitet werden.“

In großen Teilen Landaus fließen Schmutz- und Regenwasser noch gemeinsam durch Mischwasserkanäle. In Neubaugebieten setzt die Stadtentwässerung dagegen in der Regel auf getrennte Systeme: Schmutzwasser wird zur weiteren Behandlung in der Kläranlage abgeleitet, Niederschlagswasser fließt separat ab. Je nach Gebiet geschieht das über Regenwasserkanäle, Regenrückhaltebecken, Mulden oder Gräben.

Warum getrennte Leitungen wichtig sind

Auch im Neubaugebiet Dammheim gibt es getrennte Ableitungen für Schmutz- und Niederschlagswasser. Das Schmutzwasser aus Haushalten in Friedrich-Kreutz-Ring und Himmelmannring läuft über eine Pumpstation in einen höherliegenden Mischwasserkanal in der Alten Bahnhofstraße. Das Niederschlagswasser fließt dagegen über Regenwasserkanäle in ein Regenrückhaltebecken. Dort versickert es oder kann je nach Wasserstand in einen nahegelegenen Graben abgeleitet werden.

Bei der Auswertung der Pumpenintervalle hatte der EWL festgestellt, dass die Pumpen bei Regenereignissen häufiger ansprangen. Das deutete darauf hin, dass möglicherweise Niederschlagswasser in den Schmutzwasserkanal gelangt. Eine mögliche Ursache können Fehlanschlüsse sein, etwa wenn Regenrohre oder Hofabläufe an den Schmutzwasserkanal angeschlossen sind.

„Regenwasser gehört in einem Trennsystem nicht in den Schmutzwasserkanal. Es kann dort nämlich Pumpstationen, Kanäle und Kläranlage zusätzlich belasten. In der Regel ist der Schmutzwasserkanal nicht für große Wassermassen ausgelegt“, erläutert Sigrid Weisenbach. Zudem senken Trennsysteme auch die Betriebskosten in der Kläranlage. Denn die dort laufenden, energieintensiven Klärprozesse sind für das nur gering verschmutzte Regenwasser gar nicht notwendig.

So funktioniert der Nebeltest

Bei der Prüfung in Dammheim hat der EWL dichten, weißen Nebel in den Schmutzwasserkanal eingeblasen. Im Regelfall sollte der Nebel vor allem über die Dachentlüftung eines Gebäudes sichtbar werden. Tritt er zusätzlich aus Regenrohren oder Hofabläufen aus, kann dies auf einen Anschluss von Niederschlagswasserleitungen an den Schmutzwasserkanal hinweisen.

EWL wertet Hinweise aus

Bei der Prüfung in Dammheim hat der EWL somit wertvolle Hinweise zur Entwässerung einzelner Grundstücke gewonnen. Der EWL wertet diese nun fachlich aus und gleicht die vorhandenen Anschlüsse mit den Entwässerungsgenehmigungen ab. Falls sich daraus weiterer Klärungsbedarf ergibt, nimmt der EWL direkt Kontakt zu den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern auf.

Autor/in: Manuela Roth
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