Bauhof bittet bei laufenden Gießeinsätzen um Rücksicht – junge Bäume und neue Pflanzungen haben Vorrang
Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen belasten nicht nur Menschen, sondern auch die Pflanzen im Stadtgebiet. Besonders junge Bäume, neu gepflanzte Sträucher und Stauden können längere Trockenperioden noch nicht ohne Unterstützung überstehen. Der Bauhof des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) bewässert sie im Auftrag der Stadt deshalb gezielt, um dauerhafte Trockenschäden zu vermeiden und ihre wichtige Funktion für das Stadtklima zu erhalten.
Die Mitarbeitenden des Bauhofs sind während längerer Trockenperioden die ganze Woche über mit festgelegten Gießrouten im Stadtgebiet unterwegs. Kübel und Wechselflorbeete werden in der Regel zweimal pro Woche bewässert, bei extremer Hitze bei Bedarf auch dreimal. Pro Einsatztag verteilen die Mitarbeitenden insgesamt rund 8.000 bis 10.000 Liter Wasser.
Hitzebelastung nimmt zu
Wie stark die Hitzebelastung zunimmt, zeigt diese Entwicklung: Laut Informationen der Stadt Landau wurden zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich zehn Hitzetage pro Jahr registriert, im Zeitraum von 1991 bis 2020 waren es bereits 17. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 23 Hitzetage.
„Wir setzen das verfügbare Wasser dort ein, wo längere Trockenphasen Pflanzen dauerhaft schädigen können“, erklärt Ulrike Voss
Bauhof-Spartenleitung Grünflächen. „Dabei bewässern wir nicht flächendeckend. Vorrang haben neu gepflanzte Bäume, sowie Jungbäume aus den vergangenen zwei bis drei Jahren.“ Denn diese Pflanzen verfügen noch nicht über ein ausreichend tiefes und weit verzweigtes Wurzelwerk, um längere Trockenperioden ohne Unterstützung zu überstehen. Auch neu angelegte Staudenflächen benötigen während des Anwachsens bei Bedarf zusätzliches Wasser. Rasenflächen haben bei der EWL-Gießtour dagegen keine Priorität. Sie können während längerer Trockenperioden zeitweise braun werden und erholen sich nach Niederschlägen in der Regel wieder.
Stadtgrün kühlt und verbessert die Luft
Bäume, Sträucher und Stauden erfüllen im Stadtgebiet wichtige Funktionen. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft. Gleichzeitig bieten sie Tieren Lebensraum und erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Gerade Bäume benötigen viele Jahre, bis sie eine große Krone ausgebildet haben und ihre Wirkung für das Stadtklima voll entfalten. Dauerhafte Trockenschäden am Baum oder gar der Verlust eines ganzen Baumes lassen sich deshalb nicht kurzfristig ausgleichen.
Mögliche Anzeichen von Trockenstress bei Bäumen sind eingerollte oder verfärbte Blätter, vermindertes Wachstum und ein vorzeitiger Blattabwurf. Hält der Wassermangel länger an, können Äste absterben und die Bäume anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden.
Zwei Fahrzeuge für die Gießtouren
Für die Bewässerung setzt der EWL zwei Fahrzeuge ein. Ein Traktor transportiert einen Tank mit 2.000 Litern Wasser. Eine geräuscharme Elektropumpe verteilt das Wasser. Auch der Fumo, ein vielseitig einsetzbares Bauhoffahrzeug, verfügt über einen Tank mit 2.000 Litern. Dort läuft die Pumpe über das Fahrzeug. Zur Unterstützung des EWL sind außerdem beauftragte Fachfirmen im Einsatz.
Wasser muss die Wurzeln erreichen
Besonders bei Bäumen braucht die Bewässerung Zeit. Je nach Größe und Standort erhält ein Baum pro Bewässerungsvorgang rund 80 bis 200 Liter Wasser. Dieses muss langsam in den Boden einsickern, damit es die Wurzeln erreicht. Wird nur die Oberfläche kurz befeuchtet, gelangt ein großer Teil des Wassers nicht bis zum Wurzelwerk. Auch die Bewässerung größerer Pflanzflächen ist zeitaufwendig. Bis ein Tank mit 2.000 Litern Wasser auf einer solchen Fläche ausgebracht ist, vergehen etwa eine bis eineinhalb Stunden.
„Das Wässern eines Baumes dauert deshalb oft länger, als es im Vorbeigehen wirkt“, erläutert Ulrike Voss. „Wir bitten Autofahrerinnen und Autofahrer, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Anwohnende um Rücksicht, wenn unsere Fahrzeuge am Straßenrand halten. Im laufenden Verkehr ist es für unsere Mitarbeitenden nicht immer einfach, einen geeigneten Standort zu finden.“
Bei langen Trockenphasen können auch Anwohnerinnen und Anwohner ihre natürlichen Schattenspender vor der Haustüre unterstützen. Ein Eimer oder eine Gießkanne Wasser hilft, wenn das Wasser langsam und direkt auf der Baumscheibe verteilt wird.